Donnerstag, 13. Oktober 2016

Ein kleiner Bericht vom Circuit Zolder/Belgien

Heute gibt es einen kleinen Bericht von meinem Rennwochenende in Belgien Circuit Zolder. Am Donnerstag letzte Woche nach Feierabend haben wir alles in unser Wohnmobil eingeladen. Auch meinen Neuen Lederkombi - der schon mindestens 6 Jahre alt ist, eben noch nie wirklich getragen - mit der Hoffnung das ich den endlich mal benutze. Außer gut aussehen kann der mal nix - dazu später...

Nach 5 Stunden Fahrt sind wir Nachts um 3.00 Uhr in Zolder angekommen. Da das Fahrerlager schon geschlossen hatte und meine Papiere sollte ich im Welcome Center auch noch abholen, das erst um 8.00 Uhr öffnet, haben wir dort auf dem Parkplatz übernachtet.

In der Früh habe ich erst gesehen das wir an einem See campiert hatten mit ganz viele Eichen drumherum. Schön Idyllisch. Auf dem Weg zum Welcome-Center (am anderen Ende des Parkplatzes) habe ich ein paar Eicheln gesammelt, ein bisschen Herbstdekoration für Zuhause.

Neben dem Parkplatz am Welcome-Center Zoller / Belgien
Die Papiere abgeholt, rein ins Fahrerlager, Zelt aufbauen, Technische Abnahme, Reifenwärmer drauf, Sprit rein. Alles andere am Motorrad hatten wir schon Zuhause vorbereitet. Die Übersetzung von Most (Tschechei) mal gelassen. Die passte dann auch perfekt für Zolder und blieb das ganze Wochenende so.

Mein Lieblingsmensch! Ohne ihn geht nichts an einem Rennwochende!
Die Boxen waren alle reserviert für die Nascars. Da wir nur im Rahmen des American Festivals fuhren hatten wir ein kleines schnuckeliges Fahrerlager für die Solos und Sidecars. Das Zelt von Mutti ging auch, schön Lady-Like "lach".

Honda RS 125r - Startklar
Freitag 1. Zeittraining 15.25 Uhr - 25 Minuten

Das übliche 15 Minuten vorher: warm laufen lassen, Reifendruck noch einmal im warmen Zustand messen und korrigieren. Kühler mit Tape abkleben damit wird die Temperatur geregelt. Da passiert nichts automatisch. Dazu den "NEUEN“ Lederkombi angezogen, der für die Straße OK ist, zum Rennen fahren taugt er nix... Das Zeittraining habe ich dann abgebrochen, ich war total K.O. Die Lederkombi hat mir durch die Protektoren die Arme abgedrückt das ich kein Gefühl mehr für die Bremse hatte. Zusätzlich bin ich mit den Knien immer an der Verkleidung hängen geblieben. Naja und die Zahn-OP hat mir dann doch mehr Kraft geraubt als gedacht. Die Rundenzeiten waren dann auch entsprechend. Ich - erstmal enttäuscht, kaputt und schlecht gelaunt.

Dieses Foto ist von 2010 - so alt ist der Lederkombi schon.
Mein Unterlagenordner habe ich natürlich Scraptechnisch etwas gepimpt sowie die Datenblätter auf denen alle Daten je Rennen und Training erfasst werden. Rechts das Original da hatte ich mal 20 Stück gestempelt, das natürlich niemals ausgereicht hat. Irgendwann habe ich mich dann entschlossen doch Kopien davon zumachen. Sonst würde das heute alles auf Notizblöcken stehen oder so.

Darin werden alle Einstelldaten meiner Rennmaschine dokumentiert

Samstag 2. Zeitraining 14.30 Uhr - 25 Minuten

Da ich am Freitag nicht wirklich etwas ausprobiert hatte, haben wir die Einstellungen am Motorrad für das 2. Training komplett übernommen. Die einzige Änderung: ich habe wieder mein altes gewohntes Leder angezogen. Nur einmal bin ich kurz durch die Box gerauscht weil die Temperatur zu hoch war. Dann bin ich das komplette Training durchgefahren. Hatte mega viel Spaß und die Zeiten auf meiner Zeittafel sind nur so gepurzelt. Da hatte ich ein mega Grinsen im Gesicht wenn ich die Zielgerade runterfuhr und vor lauter Freude den Brennpunkt noch später gesetzt. YEAH!

Ohne Signale aus der Box wäre ich viel zu langsam
Das Bild von meiner Boxenanzeige ist vom 2. Rennen und zeigt mir folgendes an:

P2 = meine momentane Platzierung wenn ich über Start-Ziel komme
+3 = mein Verfolger hat 2 Sekunden Rückstand auf mich d.h. kein Stress von hinten
1:56 = zeigt mir meine aktuelle Rundenzeit an

Sonntag 1. Rennen 10.30 Uhr - 13 Minuten plus 2 Runden

Es war A-kalt, nur 7-8 Grad für den Grip am Reifen nicht sehr angenehm, dann mussten wir ewig in der Startaufstellung warten. Da hatte ich schon mal eiskalte Füße, mein Motor ist mir fast abgekocht.
In der Warm up Runde war ich im Zwiespalt, für die Reifen auf Temperatur zu kriegen sollte ich Gas geben. Für meinen Motor sollte ich langsamer machen damit die Temperatur runter geht denn zu heiß wird das Starten noch schwieriger. Da hatte ich mich für die Reifen entschieden...

Ich bin und war noch nie ein guter Starter... da bringt es mir eigentlich nichts das ich soweit vorne stehe am Start. Die Ampel geht auf Rot, dann aus und los geht's! Nur ich nicht, das war mein katastrophalster  Start den ich je erlebt habe in meinem Leben. Tatsächlich bog ich als letzter in die erste Kurve ein, mein Visier total beschlagen, quasi im Blindflug. Die Aufholjagd war für mich gestartet...

Am Ende konnte ich mich noch auf Platz 3 vorkämpfen.

Das gewohnte Leder im Einsatz - never change a running system...

Sonntag 2. Rennen 17.00 Uhr - 13 Minuten + 2 Runden

Es war wärmer, die Sonne hat gescheint, meine Temperatur war perfekt. Der Start zum Warm up auch "lach" beim eigentlichen Start nicht mehr so gut aber besser wie beim 1. Rennen. So hatte ich nicht ganz so viele zu überholen, die Spitze war allerdings weg. Gegen Ende hatte ich kleine Rutscher am Hinterrad. Da mir meine Boxentafel angezeigt hatte das mein Verfolger 3 Sekunden weg ist habe ich meinen 2. Platz sicher nach Hause gefahren. Die Rundenzeiten zum Training noch einmal verbessert und bin somit rundum Glücklich mit meinem Ergebnis. Nur das Starten das sollte ich noch in Griff kriegen... "hmpf"

Siegerehrung - links "ich" Platz 2 - Mitte der Sieger - rechts Platz 3
Nach dem Rennen und Siegerehrung haben wir wieder alles einpacken und ab nach Hause denn Montags beginnt ja immer wieder der Alltag. Was die Motorradrennen angeht beginnt jetzt die Winterpause, eigentlich schade, jetzt wo ich so richtig in Fahrt bin.

Nun hoffe ich, das Euch mein kleiner Ausflug mit meinem anderen Lieblings-Hobby als das Scrapbooking gefallen hat.

Alles liebe
Anne

Kommentare:

  1. Hallo, das ist ja ein ganz interessanter Beitrag. Ich bin selbst früher mal eine 250er Aprilia gefahren, aber natürlich keine Rennen. Nur privat mal auf dem Ring in Oschersleben. Jetzt fahre ich nur noch selten, will auf meine alten Tage :-) es aber noch mit einer Enduro versuchen. Von daher finde ich es total faszinierend, eine SCRAPPERIN und MOTORRADFAHRERIN !! Schreib da gerne mehr von.
    Liebe Grüße

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    1. Hallo Michaela,
      das ist ja cool eine Zweitaktfahrerin "freu" und dann ne 250er Aprilia die geht schon auch gut vorwärts. Klasse!!! Auf der Strasse fahre ich eine Honda NSR 250R SP, aber ganz selten darf die mal raus... Oha, Oschersleben, die Strecke habe ich noch nicht im Griff, bei der dreifachlinks bin ich ein kleiner Hosenscheisser "lach". 2014 habe ich mich dann auch mal in Oschersleben auf die Nase gelegt, aber nix passiert. Enduro fahren macht bestimmt auch Spaß. Danke für Dein Kommentar und finde es echt cool das es noch mehr Mädels gibt die Zweitakter fahren. Ganz liebe Grüße Anne

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  2. Das ist ja mal interessant. Man hat da ja so gar keinen Einblick sonst. Dein Bericht war klasse. Danke dafür (Hab allerdings nicht alles verstanden). ;-)

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